Gleich im ersten Rennen ist Ronja Walter am Start und reitet den „Tipp des Tages“. Ob die deutsche Dauer-Trabreit-Championesse diese Einschätzung teilt und was sie heuer vorhat, verrät sie im Interview.
Ob es der „Tipp des Tages“ ist, weiß ich nicht – das finde ich ein bisschen übertrieben vielleicht. Dass er Favorit ist mit den frischen Siegen, bei denen er beide Rennen einfach und leicht gewonnen hat nach der Pause, kann ich nachvollziehen. Aber trotzdem würde ich jetzt nicht sagen, dass das Rennen schon gewonnen ist. Bei Hermes bin ich jedes Mal wieder aufs Neue so eingestellt, ob alles gut läuft. Er muss gut drauf sein, aber ja – meistens ist er das.
Die Taktik bestimmt er, wie man bei den letzten Rennen gesehen hat. In Gelsenkirchen ist der Einlauf länger, was ihm sehr entgegen kommt. Er war beim letzten Mal sehr faul, beziehungsweise war es dann zwischendurch extrem schnell. Da kann er dann nicht so mitgehen, und ich habe ehrlich gesagt auch gedacht beim letzten Mal während des Rennens: Vielleicht bekommen wir noch Geld ab. Ich konnte überhaupt nicht Anschluss halten, ich konnte nicht angreifen oder ähnliches, ich konnte einfach nur beten und hoffen, dass er am Ende nur die größte Klasse hat. Ich wusste auch nicht, wie er nach Pause drauf ist. Es hätte auch sein können, dass da noch was fehlt. Die anderen haben sich dann aber müde gelaufen, und er ist eher der Typ Dauerläufer und geht immer weiter. Eine Taktik habe ich – wie gesagt – in dem Sinne nicht, am Ende bestimmt er das wahrscheinlich, von daher lassen wir das einfach auf uns zukommen.
Mit dem Jahr 2025 war ich eigentlich sehr zufrieden. Ich muss sagen, es wurde mir mit der Zeit ein bisschen zu viel mit der Reiserei, dass ich etwas Spaß verloren habe und ich mir für dieses Jahr auch vorgenommen habe, genauer zu überlegen, wann und wo und wie ich hinfahre. Ich habe ja auch noch meine Arbeit, das war dann manchmal schon sehr anstrengend, und ich habe mich dann hinterher gefragt, ob es das wirklich wert ist. Aber vom Erfolg her war 2025 wirklich ein sehr gutes Jahr für mich. Ich habe ein Rennen in Cagnes-sur-Mer gewonnen, ich habe ein Rennen in Florenz gewonnen und ich hab abschließen können noch einmal mit einem zweiten Platz in Cagnes-sur-Mer. Ich habe überraschend das Monté-Derby gewonnen, womit ich gar nicht gerechnet habe. Es waren schon viele, viele tolle Rennen und Erfolge dabei und die Anzahl an Siegen nochmal so in der Form wiederzubekommen, ist sehr schwer möglich. Das ist jetzt auch nicht mein Ziel für dieses Jahr, aber ich hoffe natürlich, meinen Titel wieder verteidigen zu können.
Aktuell vom eigenen Stall haben wir gar nichts mehr weiter an Trabreitpferden – eventuell mein Eigener, aber der wird maximal in Dänemark laufen. Ich weiß nicht genau, wie das bei Marcus aussieht, ob er da Pferde für Frankreich hat. Ansonsten darf ich den Gregor irgendwann wieder in Frankreich reiten, falls er gesund bleibt, und darauf freue ich mich schon sehr.