Nachschau Gelsenkirchen, 19. Juni

┬╗Juni-Pokal┬ź f├╝r Dean Bros

┬áDer Zehnj├Ąhrige behauptet sich im Gelsenkirchener Hauptereignis gegen Super Queen C und Urbanio ÔÇô Erfolgreicher Fluchtversuch von Giant Starlake im Trabreiten ÔÇô Highspeed Aresy stiehlt zwei hochkar├Ątigen Vierj├Ąhrigen die Show ÔÇô Jaap van Rijn und Roland H├╝lskath tragen sich zweimal in die Siegerliste ein

(GelsentrabPR) ÔÇô Keinesfalls unter Ausschluss der ├ľffentlichkeit, wegen der Corona-Schutzma├čnahmen aber erneut ohne Bahnpublikum, wurde am Freitag bei Gelsentrab der zweite von drei Juni-Renntagen durchgef├╝hrt. Ab 16.30 Uhr bekamen die Traberfans in den Wettannahmestellen und bei den entsprechenden Internetanbietern gleich elf Pr├╝fungen geboten. Den Mittelpunkt bildete ein aus drei B├Ąndern gestartetes ┬╗Frei f├╝r alle┬ź, also eine Partie ohne Gewinnsummenbeschr├Ąnkung f├╝r die Teilnehmer.

Mit Schwung in die L├╝cke

Favorit des 3.200 Euro-Mitteldistanz-Rennens war der siebenj├Ąhrige Hengst Urbanio (10), f├╝r den der niederl├Ąndische Top-Trainer Hugo Langeweg verantwortlich zeichnet und Landsmann Jaap van Rijn als Fahrer verpflichtete. Die Nummer zwei der Gelsenkirchener Fahrerstatistik (aktuell ein Z├Ąhler hinter Deutschlands Champion Michael Nimczyk) hatte Urbanio bereits beim Jahresdeb├╝t Ende Mai zu einem beachtlichen Erfolg in einer vielleicht noch etwas schwierigeren Pr├╝fung gef├╝hrt. Dieses Mal sollte es f├╝r das favorisierte Gespann jedoch nicht f├╝r den Platz ganz vorne reichen, wozu der Rennverlauf im ┬╗Wettstar-Juni-Pokal┬ź ein ganzes St├╝ck beigetragen haben d├╝rfte.

Die nach rund 650 Metern an Dean Bros (3/Jeffrey Mieras) vorbei an die Spitze dirigierte Super Queen C (7/Stefan Schoonhoven) hatte es zun├Ąchst keinesfalls eilig, legte nach einer m├Ą├čigen Er├Âffnung in 1:17,0 auf dem zweiten Quarter ebenfalls eine 17er-Zeit vor und hielt nach 1:14,4 f├╝r Teilst├╝ck drei eigentlich alle Tr├╝mpfe in der Hand, um innerhalb von zwei Wochen den zweiten Volltreffer in Folge zu markieren. Doch schon 200 Meter vor dem Pfosten kamen bei einigen Beobachtern Zweifel auf, denn Super Queens Schatten, Dean Bros, hatte ganz offensichtlich noch etliche Reserven im Tank und wartete nur darauf, dass das Tor, welches der au├čen herum tapfer k├Ąmpfende aber nachlassende Khalid ├Âffnete, weit genug aufgeht, um die finale Attacke anzusetzen.

Einmal auf freie Bahn gelangt, schloss der mit 25 Metern Vorsprung auf die Reise gegangene Zehnj├Ąhrige im Handumdrehen zur Pilotin auf, bekam diese auf den letzten Metern sogar noch recht sicher in den Griff und brachte somit den ersten Saisonerfolg unter Dach und Fach. F├╝r den auf dem dritten Band gestarteten Urbanio ging es bei 1:10,5er-Tempo f├╝r die letzten 500 Meter hingegen recht fr├╝h nur noch um das zweite Geld, welches die wie immer aufopferungsvoll k├Ąmpfende Super Queen C ihm nat├╝rlich nicht freiwillig ├╝berlassen wollte. Die Stute stemmte sich mit allen Mitteln gegen den Schlussangriff des Adrian Chip-Sohnes und rettete schlussendlich eine Hals-L├Ąnge ├╝ber die Linie. Mit Khalid auf Rang vier zahlte die Viererwette 11.558:10. Wer Dean Bros als letzten Sieger auf seinem V6-Schein angekreuzt hatte, wurde f├╝r seine Sp├╝rnase sogar mit einer sechsstelligen Quote belohnt: 124.632:10.

Dean Bros (Jeffrey Mieras) setzt sich gegen Super Queen C (Stefan Schoonhoven) und Urbanio (au├čen) durch
Foto: ┬ę Sabine Sexauer

Ausrei├čversuch gegl├╝ckt

Erheblichen Anteil am Zustandekommen des ┬╗dicken Topfs┬ź hatte sicher auch das Trabreiten, in dem ein Au├čenseiter aus den Niederlanden den hoch gelobten Favoriten in die Suppe spuckte. Giant Starlake (3/Susan Wiedijk) wusste seinen Startvorteil bestens zu nutzen und fand sein Heil in der Flucht. Im ersten Bogen nach dem Aus f├╝r Icaria Classic (2/Audrey Dengis) ┬╗unblutig┬ź in Front gelangt, lie├č es der Wallach aus dem Trainingsquartier von Rob de Vlieger m├Ąchtig kesseln und erarbeitete sich mit einem zweiten Teilst├╝ck in offiziell gemessenen 1:09,4 einen betr├Ąchtlichen Vorsprung, den er auch mit auf die Zielgerade nahm und m├╝helos ├╝ber die Linie brachte. Totofavorit Napa Valley (12/Hanna Huygens) hatte die Beine offensichtlich viel zu sp├Ąt in die Hand genommen und erreichte den Pfosten letztlich volle neun L├Ąngen hinter dem 181:10-Ausrei├čer, f├╝r den der Sattelerfolg den ersten Treffer 2020 bedeutete, aber immerhin noch deutlich vor Gibson Boko (5/Angeline Batist) und dem m├╝den Garry (10/Ronja Walter).

Allein auf weiter Flur: Giant Starlake (Susan Wiedijk) ├╝berrascht im Trabreiten
Foto: ┬ę Sabine Sexauer

Verbl├╝ffend stark

Mit einer faustdicken ├ťberraschung endete auch der mit Spannung erwartete ┬╗Preis von Essen┬ź, in dem man eigentlich auf ein Duell zwischen der letztj├Ąhrigen ┬╗Stutenderby┬ź-Siegerin La Grace (11/Michael Nimczyk) und dem im ┬╗Blauen Band┬ź 2019 sechstplatzieten Juan Les Pins (10/Jaap van Rijn) gehofft hatte, am Ende aber Highspeed Aresy (4/Caroline Aalbers) verbl├╝fft Beifall klatschen musste. Die nach einem dritten Rang beim Saisoneinstand in M├Ânchengladbach am Totalisator bei 158:10 notierende Stute scheute sich bei extrem langsamer Fahrt nicht, die Nase fr├╝h nach au├čen in den Wind zu stecken und damit die Lokomotive f├╝r das ÔÇô ob der scheinbaren Einladung der f├╝hrenden Honesty Newport (7/Robbin Bot) ÔÇô erstaunlich passive Favoritenduo zu spielen.

Richtig zur Sache ging es dann erst im Zieleinlauf, wo Highspeed Aresy die Pilotin schnell einsammelte und selbstverst├Ąndlich erst gar nicht daran dachte, ihren Verfolgern das Feld zu ├╝berlassen. Ganz im Gegenteil: Die zierliche Holl├Ąnderin strebte im 1:10er-Highspeed-Tempo einem sicheren ersten Deutschland-Erfolg entgegen und ├╝berlie├č den beiden Vierj├Ąhrigen nur noch das Gerangel um Platz zwei. Den erk├Ąmpfte sich letzten Endes Juan Les Pins, der nach seinem Volltreffer im ┬╗Derby┬ź-Vorlauf nun weiterhin auf seinen dritten Karriere-Sieg warten muss.

Zwei Doppelsieger

Besser lief es f├╝r den Fahrer des Unforgettable-Halbbruders. Jaap van Rijn punktete gleich zu Beginn mit der gleichfalls zu den Z├Âglingen von Arnold Mollema z├Ąhlenden Knock on Wood (6), die beim ersten Karriere-Start durchaus Talent zeigte und Hoffnungen auf eine gute Dreij├Ąhrigen-Saison sch├╝rte, um sieben Rennen sp├Ąter mit dem Langeweg-Sch├╝tzling Jello W (2) etwas gl├╝cklich nachzulegen.

Einen guten Tag erwischte auch der f├╝nffache deutsche Berufsfahrer-Champion Roland H├╝lskath im GelsenTrabPark. Der Krefelder trumpfte im ┬╗Preis von Bottrop┬ź mit dem Fuchswallach Iron Fox (6) auf und ├╝berraschte sp├Ąter mit dem Timoko-Sohn Giantissimo (6), der nach st├Ąndiger F├╝hrung in der Entscheidung sichtbar mit sich und der Gangart k├Ąmpfte, den 13:10-Topfavoriten Kentucky Lobell (5/Jaap van Rijn) aber dennoch in Schach hielt.

Nach dem Freitag-Programm muss man in Gelsenkirchen nicht lange auf die n├Ąchsten Trabrennen warten. Bereits am kommenden Dienstag hat Gelsentrab auf der Anlage am Nienhausen Busch sechs Pr├╝fungen im Angebot. Der erste Startschuss f├Ąllt dann um 16.10 Uhr. Die ersten vier Partien tragen das Qualit├Ątssiegel ┬╗PMU┬ź und werden dementsprechend in Kooperation mit dem franz├Âsischen Wettmulti offeriert.